Motorrad-Lexikon

Nico · Wissen für deine nächste Fahrt

Motorradwissen. Verständlich erklärt.

Was macht Kurven-ABS? Was ist der Unterschied zwischen Route und Track? Und worauf kommt es bei der Schutzausrüstung an? Hier findest du 53 Begriffe rund ums Motorradfahren – von A wie ABS bis Z wie Zuladung.

Für deinen Einstieg, deinen Grundkurs und die nächste Motorradtour.

53 Begriffe · alphabetisch sortiert

A

Technik

ABS

Das Antiblockiersystem regelt beim Bremsen den Bremsdruck, wenn ein Rad zu blockieren droht. Es unterstützt die Fahrstabilität. ABS schafft keine zusätzliche Reifenhaftung; Geschwindigkeit und Fahrweise müssen weiterhin zur Situation passen.

Weiterlesen: Bosch Mobility

Fahrpraxis

Abstand

Freier Raum zum vorausfahrenden Fahrzeug gibt dir Zeit zum Wahrnehmen und Reagieren. Passe den Abstand an Tempo, Sicht, Fahrbahn und Verkehr an. Bei Nässe oder schlechter Sicht brauchst du grössere Reserven.

Fahrpraxis

Anhalteweg

Die Strecke vom Erkennen einer Gefahr bis zum Stillstand. Sie setzt sich aus Reaktionsweg und Bremsweg zusammen. Höheres Tempo und schlechtere Haftung können den benötigten Raum deutlich vergrössern.

B

Fahrpraxis

Blickführung

Bewusstes Beobachten von Strassenverlauf, Verkehr und möglichen Gefahren. Schaue vorausschauend und bleibe mit dem Blick beweglich. Ein einzelner Fixpunkt ersetzt nicht die laufende Beobachtung deiner Umgebung.

Fahrpraxis

Bremsbereitschaft

Eine erkennbare Gefahr früh wahrnehmen und auf eine mögliche Bremsung vorbereitet sein. Dazu gehören Aufmerksamkeit, angepasstes Tempo und eine kontrollierte Bedienung des Motorrads. Die praktische Umsetzung übst du am besten im Fahrtraining.

Weiterlesen: BFU – Beratungsstelle für Unfallverhütung

Fahrpraxis

Bremsweg

Die Strecke, die das Motorrad während der eigentlichen Bremsung zurücklegt. Unter anderem beeinflussen Tempo, Reifen, Fahrbahn und Bremsbetätigung diesen Weg. Der Reaktionsweg kommt vor dem Bremsbeginn noch hinzu.

D

Fahrpraxis

Defensives Fahren

So fahren, dass du mit Fehlern anderer rechnen und ausreichend reagieren kannst. Plane Sicherheitsreserven ein und gehe nicht davon aus, dass andere dich gesehen haben. Sichtbar sein und tatsächlich wahrgenommen werden sind nicht dasselbe.

Weiterlesen: BFU – Beratungsstelle für Unfallverhütung

Technik

Drehmoment

Die Drehwirkung des Motors, angegeben in Newtonmetern (Nm). Wie kräftig sich ein Motorrad beim Beschleunigen anfühlt, hängt zusätzlich von Drehzahl, Übersetzung und Fahrzeuggewicht ab. Ein einzelner Spitzenwert beschreibt das Fahrgefühl deshalb nicht vollständig.

Technik

Drehzahl

Die Anzahl der Motorumdrehungen pro Minute. Sie zeigt, in welchem Arbeitsbereich der Motor läuft. Welcher Bereich sinnvoll ist, hängt vom Motor, vom gewählten Gang und von der Fahrsituation ab.

E

Motorradtypen

Enduro

Ein Motorradtyp mit geländeorientierter Bauweise, häufig mit langen Federwegen und aufrechter Sitzposition. Reiseenduros verbinden diese Merkmale mit Ausstattung für längere Touren. Die Modellbezeichnung sagt allein nichts darüber aus, wo du legal fahren darfst.

F

Technik

Fahrwerk

Die Bauteile, die Räder führen und Fahrbahnunebenheiten aufnehmen, insbesondere Gabel, Federbein und Schwingen. Abstimmung, Zustand und Beladung beeinflussen das Fahrverhalten. Einstellungen sollten zu Motorrad, Person und Einsatz passen.

Technik

Federung

Federn nehmen Bewegungen durch Unebenheiten und Laständerungen auf. Die Dämpfung kontrolliert, wie schnell diese Bewegungen ablaufen. Zu Federung gehören deshalb mehr Fragen als nur ein weiches oder hartes Fahrgefühl.

G

Reisen

Gepäck

Zusätzliche Beladung verändert Gewicht, Schwerpunkt und Fahrverhalten. Befestige Gepäck sicher und halte die Vorgaben für Zuladung, Trägersystem und zulässige Geschwindigkeit ein. Prüfe Befestigungen bei deinen Pausen erneut.

Reisen

GPX

Ein verbreitetes Dateiformat zum Austausch von GPS-Daten. Eine GPX-Datei kann Wegpunkte, Routen oder Tracks enthalten. Prüfe nach dem Import, wie dein Navigationsgerät die Daten interpretiert und ob die geplanten Wege befahrbar sind.

Technik

Grip

Der umgangssprachliche Ausdruck für die Haftung zwischen Reifen und Fahrbahn. Oberfläche, Wasser, Schmutz, Temperatur und Reifenzustand beeinflussen die verfügbaren Reserven. Elektronische Assistenz kann fehlende Haftung nicht beliebig ausgleichen.

Ausbildung

Grundkurs / PGS

PGS steht für praktische Grundschulung. Für den regulären Einstieg nennt der Kanton Zürich zwölf Stunden innerhalb der ersten vier Monate des Lernfahrausweises. Welche Vorgaben für deinen bisherigen Ausweis und deine Kategorie gelten, klärst du anhand der aktuellen kantonalen Informationen.

Weiterlesen: Strassenverkehrsamt Zürich

H

Ausrüstung

Handschuhe

Motorradhandschuhe schützen Hände und unterstützen die sichere Bedienung. Sie sollen fest sitzen, ohne die Beweglichkeit unnötig einzuschränken. Wähle Ausführung und Wetterschutz passend zur Jahreszeit.

Ausrüstung

Helm

Der Motorradhelm schützt den Kopf. Entscheidend sind unter anderem passende Grösse, korrekter Sitz und ein geschlossener Verschluss. Beachte die Herstellerhinweise zu Pflege, Beschädigungen und Austausch.

Weiterlesen: BFU – Beratungsstelle für Unfallverhütung

Technik

Hubraum

Das von den Kolben insgesamt verdrängte Volumen, meist in Kubikzentimetern (cm³) angegeben. Ein grösserer Hubraum bedeutet nicht automatisch mehr Leistung oder ein besser geeignetes Anfänger-Motorrad. Gewicht, Leistungsentfaltung und Ergonomie zählen ebenfalls.

I

Ausrüstung

Integralhelm

Ein Helm mit fester Kinnpartie und einem Visier vor dem Gesicht. Er umschliesst den Kopf umfassend. Gute Passform und ein freies, unbeschädigtes Sichtfeld bleiben wichtiger als Aussehen oder Farbe allein.

Ausrüstung

Intercom

Ein Kommunikationssystem im oder am Helm, etwa für Gespräche oder Navigationsansagen. Einrichtung und Bedienung sollten vor der Fahrt erfolgen. Lautstärke und Nutzung dürfen die Aufmerksamkeit für den Verkehr nicht verdrängen.

K

Technik

Kardan

Eine Art der Kraftübertragung zum Hinterrad über eine Welle und ein Winkelgetriebe. Sie unterscheidet sich konstruktiv vom Ketten- oder Riemenantrieb. Auch ein Kardanantrieb benötigt die vom Hersteller vorgesehenen Kontrollen und Wartungsarbeiten.

Weiterlesen: BMW Motorrad

Technik

Kette

Bei vielen Motorrädern verbindet die Antriebskette das vordere Ritzel mit dem hinteren Kettenrad. Zustand, Schmierung und Durchhang müssen stimmen. Nutze für Kontrolle und Pflege die Angaben deines Motorradherstellers.

Weiterlesen: TCS

Technik

Kupplung

Sie verbindet oder trennt den Kraftfluss zwischen Motor und Getriebe. Eine dosierte Bedienung ist besonders beim Anfahren und langsamen Fahren wichtig. Schleifpunkt und Bedienkraft unterscheiden sich je nach Motorrad.

Technik

Kurven-ABS

Ein ABS-System, das zusätzliche Informationen zur Fahrzeugbewegung und Schräglage berücksichtigt. Es kann beim Bremsen in Kurven unterstützen. Die genaue Funktion hängt vom Motorrad ab; physikalische Grenzen bleiben bestehen.

Weiterlesen: Bosch Mobility

Fahrpraxis

Kurvenlinie

Der gewählte Weg innerhalb deiner Fahrspur durch eine Kurve. Auf öffentlichen Strassen stehen Übersicht, Abstand und Sicherheitsreserven im Vordergrund. Eine Rennstreckenlinie ist kein Vorbild für den Strassenverkehr.

L

Ausbildung

Lernfahrausweis

Die amtliche Berechtigung für Lernfahrten in der eingetragenen Kategorie. Gültigkeit, Auflagen und Fristen müssen zu deiner Ausbildung passen. Prüfe deinen Ausweis frühzeitig und plane den Grundkurs rechtzeitig ein.

Weiterlesen: Strassenverkehrsamt Zürich

M

Ausbildung

Manövertraining

Gezieltes Üben der Fahrzeugbeherrschung, zum Beispiel beim langsamen Fahren, Slalom oder Bremsen. Es schafft eine Grundlage für den Umgang mit dem Motorrad im Verkehr. Übungen gehören auf geeignete Flächen und sollten fachlich begleitet werden.

Technik

Motorbremse

Die Verzögerungswirkung des Motors, wenn das Gas zurückgenommen wird und der Kraftschluss besteht. Ihre Stärke hängt unter anderem von Motor, Gang und Drehzahl ab. Sie ersetzt nicht die gezielte Nutzung der Bremsanlage.

N

Motorradtypen

Naked Bike

Ein überwiegend unverkleidetes Strassenmotorrad. Häufig bietet es eine relativ aufrechte Sitzposition und wenig Windschutz. Ob es zu dir passt, hängt vom konkreten Modell und deinen Bedürfnissen ab.

Reisen

Navigation

Die Orientierung auf einer geplanten oder spontan gewählten Strecke. Ein Navigationsgerät ist eine Hilfe, keine Freigabe für gesperrte oder ungeeignete Strassen. Beschilderung und die tatsächliche Verkehrssituation haben Vorrang.

P

Reisen

Passfahrt

Eine Motorradfahrt über einen Gebirgspass. Höhenlage, wechselndes Wetter, enge Kurven und andere Verkehrsteilnehmende erfordern gute Planung. Prüfe vorab die Öffnung der Strecke und plane realistische Etappen mit Pausen.

Ausrüstung

Protektoren

Schutzelemente in oder unter der Motorradbekleidung, etwa an Rücken, Schultern, Ellbogen, Hüfte und Knien. Sie sollen bei einem Aufprall Belastungen reduzieren. Ihre Position und die Passform der Kleidung sind wesentlich.

Ausbildung

Prüfungsvorbereitung

Training für die sichere und selbstständige Teilnahme am Verkehr sowie die geforderten Fahrmanöver. Sinnvoll ist eine Standortbestimmung mit dem Fahrlehrer. Der Lernfortschritt entscheidet über den Trainingsbedarf, nicht eine pauschale Anzahl Lektionen.

R

Technik

Reifendruck

Der Luftdruck im Reifen. Prüfe ihn nach den Herstellervorgaben und berücksichtige Beladung sowie die vorgegebenen Messbedingungen. Ein falscher Druck kann das Fahrverhalten und den Reifenverschleiss beeinflussen.

Weiterlesen: TCS

Technik

Reifenprofil

Die strukturierte Oberfläche eines Reifens. Profil, Beschädigungen und allgemeiner Zustand gehören zur regelmässigen Kontrolle. Für zulässige Grenzwerte und die passende Bereifung gelten die aktuellen Vorschriften und Fahrzeugfreigaben.

Weiterlesen: TCS

Reisen

Route

Eine geplante Verbindung zwischen Wegpunkten. Ein Navigationsgerät kann sie je nach Kartenmaterial und Einstellungen neu berechnen. Kontrolliere deshalb nach einem Import den tatsächlichen Verlauf.

S

Reisen

Saisonstart

Der Wiedereinstieg nach einer längeren Fahrpause. Kontrolliere Motorrad und Ausrüstung und beginne mit überschaubaren Etappen. Ein Auffrischungstraining hilft, vertraute Abläufe wieder bewusst zu üben.

Weiterlesen: BFU – Beratungsstelle für Unfallverhütung

Fahrpraxis

Schräglage

Die seitliche Neigung des Motorrads, beispielsweise bei Kurvenfahrt. Wie viel Schräglage nötig und möglich ist, hängt von mehreren Faktoren ab. Auf der Strasse sind Reserven wichtiger als das Erreichen eines bestimmten Winkels.

Ausrüstung

Schutzausrüstung

Das Zusammenspiel aus Helm, Handschuhen, Motorradbekleidung und geeigneten Stiefeln. Sie soll bei jeder Fahrt getragen werden, auch auf kurzen Strecken. Achte darauf, dass die Teile zusammenpassen und Beweglichkeit sowie Sicht nicht unnötig einschränken.

Weiterlesen: BFU – Beratungsstelle für Unfallverhütung

Fahrpraxis

Sitzposition

Die Haltung auf dem Motorrad und die Erreichbarkeit von Lenker, Hebeln und Fussrasten. Eine passende Ergonomie erleichtert die Bedienung. Körpergrösse allein sagt wenig aus – prüfe das Zusammenspiel von Sitzhöhe, Breite, Gewicht und Beweglichkeit.

Ausbildung

Slalom

Eine Übung mit aufeinanderfolgenden Richtungswechseln. Dabei trainierst du unter anderem Blickführung, Rhythmus und Fahrzeugkontrolle. Aufbau, Tempo und Schwierigkeit sollten zum Ausbildungsstand passen.

Reisen

Sozius / Sozia

Die mitfahrende Person auf dem Motorrad. Zusätzliches Gewicht verändert die Fahrbedingungen; Motorrad und Ausrüstung müssen dafür geeignet sein. Besprecht das Aufsteigen, Verhalten während der Fahrt und gemeinsame Signale vor dem Start.

Ausbildung

Spurgasse

Eine Übung zum kontrollierten langsamen Geradeausfahren in einem begrenzten Korridor. Sie fördert Balance, Blickführung und dosierte Bedienung. Konkrete Prüfungsanforderungen findest du beim zuständigen Strassenverkehrsamt.

T

Reisen

Tankreichweite

Die voraussichtlich mögliche Strecke mit dem vorhandenen Kraftstoff. Verbrauch und Reichweite verändern sich unter anderem mit Fahrweise, Strecke und Beladung. Plane eine Reserve ein, besonders auf abgelegenen Routen.

Reisen

Tourenplanung

Die Abstimmung von Route, Tagesetappen, Pausen, Wetter, Tankstopps und Unterkunft. Plane nach der verfügbaren Zeit und dem Können der Mitfahrenden. Eine kürzere, entspannte Etappe ist oft wertvoller als ein überladener Tagesplan.

Reisen

Track

Eine Folge aufgezeichneter oder geplanter GPS-Punkte, die einen Verlauf abbilden. Anders als eine berechnete Route wird ein Track häufig als Linie angezeigt. Ob dein Gerät daraus Abbiegehinweise erzeugt, hängt von seiner Software ab.

Technik

Traktionskontrolle

Ein Assistenzsystem, das übermässigen Schlupf am angetriebenen Rad begrenzen kann. Es greift je nach System in die Antriebsleistung ein. Funktionsumfang und Einstellmöglichkeiten sind modellspezifisch.

Weiterlesen: Bosch Mobility

V

Ausbildung

Verkehrskunde / VKU

Unterricht zur Verkehrswahrnehmung und zu einer sicheren Teilnahme am Strassenverkehr. Ob du ihn für deinen Ausbildungsweg benötigst, hängt unter anderem von bereits vorhandenen Ausweiskategorien ab. Prüfe die aktuellen Angaben deines Kantons.

Weiterlesen: Strassenverkehrsamt Zürich

Ausrüstung

Visier

Der transparente Gesichtsschutz am Helm. Sauberkeit, Kratzer und Beschlagen beeinflussen die Sicht. Verwende geeignete Pflegemittel und beachte die Hinweise des Helmherstellers zu Einsätzen und Austausch.

W

Technik

Wartung

Regelmässige Kontrollen und Arbeiten, die den vorgesehenen Zustand des Motorrads erhalten. Intervalle und Umfang stehen in den Fahrzeugunterlagen. Bei sicherheitsrelevanten Mängeln oder Unsicherheit ist eine Fachwerkstatt die richtige Anlaufstelle.

Ausbildung

Wiedereinstieg

Der Weg zurück zum Motorradfahren nach einer längeren Pause. Fahrzeuggefühl und Routinen sollten schrittweise aufgefrischt werden. Ein begleitetes Training ermöglicht eine realistische Einschätzung und gezielte Übungen.

Z

Reisen

Zuladung

Das zusätzliche Gewicht, das ein Motorrad gemäss seinen Fahrzeugangaben aufnehmen darf. Dazu zählen auch mitfahrende Personen und Gepäck. Beachte neben dem Gesamtgewicht die Grenzen von Koffern, Trägern und weiteren Anbauteilen.

Vom Verstehen zum Fahren

Mach dein Wissen auf dem Motorrad erlebbar.

Im Motorradgrundkurs und in persönlichen Fahrstunden übst du mit Nico. Zürich ist unser Hauptstandort; Grundkurse bieten wir auch in Basel und Luzern an.

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Dieses Lexikon vermittelt Grundlagen. Für dein Motorrad gelten die Angaben des Herstellers; bei Führerausweisfragen ist das zuständige Strassenverkehrsamt massgebend. Praktische Fahrübungen lernst du im angeleiteten Training.